Aktualisiert am 05.10.2017
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FFw Hohnstorf
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Chronik
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Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Hohnstorf/Elbe

Als im Jahre 1830 eine Feuerordnung für den Distrikt Lüneburg erlassen wurde, waren Freiwillige Feuerwehren im Sinne dieses Wortes noch nicht gegründet worden.

Der Name "Feuerwehr" tauchte zuerst 1847 in Süddeutschland auf. Verheerende Brände der damaligen Zeit - so z.B. im Mai 1842 in Hamburg, bei dem 75 Straßen und 4219 Gebäude vernichtet wurden - ließen erkennen, dass die Brandbekämpfung unzureichend war.

Die technische Entwicklung der Feuerspritzen und der Schläuche hatte in der Folge große Fortschritte gemacht, so dass es möglich wurde, einen Brand wirkungsvoller zu bekämpfen. Man erkannte den Vorteil einer organisierten Brandbekämpfung in Form einer Löschmannschaft.

Überall in Deutschland fanden sich engagierte Bürger zusammen, die eine Feuerwehr gründeten. In Hohnstorf sollte es aber noch 50 Jahre dauern.

Im Frühjahr 1880 war es dann soweit: Unter der Leitung des damaligen Gemeindedirektors Pust stellte die Gemeinde Hohnstorf den Antrag auf Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr. Nachdem die Statuten erarbeitet und genehmigt waren, unterschrieben am 29. August 1880   84 (!) männliche Einwohner Hohnstorfs die Statuten. Aktiv wurden davon 62 Mann, die im Monat 10 Pfennig Beitrag leisteten.

Zum ersten Feuerwehrhauptmann wurde der Gasthofbesitzer Ernst Basedow gewählt. Bald nach der Gründung wurde die Wehr zu ihrem ersten Einsatz nach Artlenburg gerufen (per Horn alarmiert). Obwohl die Feuerspritze noch nicht geliefert war, eilte man zur Brandstelle, um bei den anderen Wehren zuzusehen und zu lernen.

Noch im Jahre 1880 bekam die Wehr eine neue Handdruckspritze. In der Dorfchronik des Lehrers Ahlswede ist zu lesen, dass sie von guter Qualität war und von der Wehr wie ein Kind gehegt und gepflegt wurde. Dies führte u.a. dazu, dass sie auch nach 50 Jahren noch voll einsatzfähig war und keine ledernen Dichtringe benötigte.

Die Gemeinde stellte der Wehr bei der Gründung einen Betrag von 3.600,-- Mark für die Anschaffung einer Spritze, von Uniformen und Ausrüstungsstücken zur Verfügung. Die Anschaffungen wurden für 3.584,20 Mark getätigt. Allein die Handdruckspritze kostete 1.200,-- Mark. Den ersten Einsatz mit der neuen Spritze machte die Wehr am 16. März 1881 wiederum im Artlenburg. Leider konnten auch die Hohnstorfer nicht verhindern, dass das Anwesen des Gastwirts Draack vollständig eingeäschert wurde.

Am 19. November 1881 ereignete sich der erste größere Brand in Hohnstorf nach Gründung der Feuerwehr. Man berichtet, dass die Hohnstorfer Wehr rasch zur Stelle war und es ihr gelang, ein benachbartes Strohdachgebäude hinreichend zu schützen.

Im September 1930 bekam die Hohnstorf Wehr eine Motorspritze (Fabrikat Flader). Von dieser Spritze gab es nur 4 Stück im gesamten Kreis Lüneburg

Die Wehr versah auch immer pflichtbewußt ihren Dienst. Neben kleinen Übungen und Schulungen - u.a. vom Lehrer Ahlswede und anderen- gab es mindestens 4 Gesamtwehrdienste im Jahr. Ein besonderes Lob, das der damalige langjährige Feuerwehrhauptmann Otto Diercks diesbezüglich vom Kreisbrandmeister erhielt, gab er in kameradschaftlicher Weise an seine Feuerwehrkameraden weiter.

Feuerwehr Hohnstorf 1930   Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 1930 anläßlich des 50jährigen Bestehens

Für das Fehlen bei den Übungs-Diensten wurde ein Strafgeld erhoben. Da während der Inflationszeit die Geldentwertung rapide zunahm, kam man auf die schlaue Idee, das Strafgeld auf den Betrag festzulegen, den ein Glas Rum-Grog am gleichen Tage beim Vereinswirt G. Lüchau kostete. Zum 40-jährigen Dienstjubiläum des Mitbegründers der Wehr, Kamerad Hauptfleisch, wurden 3710 Mark gesammelt. Das reichte gerade zum Kauf einer Flasche Rum und ein wenig Kautabak.

Aus Anlass des 75- jährigen Bestehens im Jahre 1955 richtete die Freiwillige Feuerwehr Hohnstorf den Kreisfeuerwehrtag aus.

Freudige Ereignisse in der Hohnstorfer Feuerwehr waren u.a.:

  • 1880 - Die Anschaffung der ersten Geräte

  • 1930 - Erste Motorspritze und Gründung der Musikkapelle

  • 1949 - Die Aufstellung einer ersten Wettkampfgruppe

  • 1956 - Die Gründung eines Spielmannzuges

  • 1972 - Die Übergabe des Mehrzweckbootes

  • 1975 - Das neue LF 8/s ist da

  • 1977 - Die Gründung der Jugendfeuerwehr

  • 1980 - Das 100-jährige Bestehen mit Kreisfeuerwehrtag

  • 1986 - Der Anbau wird vollendet

  • 1987 - Übergabe des TLF 16-T

  • 1996 - Kauf eines MTW

  • 2004 - Übergabe des neuen LF20/16

  • 2005 - 125 Jahr-Feier FFw Hohnstorf/Elbe

  • 2007 - Gründung einer Kinderfeuerwehr

  • 2009 - Kauf eines neuen MTW

In den letzten 20 Jahren hat sich in unserem Dorf und natürlich auch in der Feuerwehr eine Menge getan.

So baute man an das Gerätehaus einen großen Schulungsraum mit Teeküche an, der den gestiegenen Ansprüchen gerecht wurde. Hier zeigte sich auch die gute Einsatzbereitschaft und Kameradschaft der Feuerwehrleute: Viele Stunden Eigenleistung flossen in den Anbau, so dass die Kosten relativ gering gehalten werden konnten.

Die Zahl der Einsätze liegt bei 25-30 Einsätzen pro Jahr. Hier spielen Feuer heute nur noch eine untergeordnete Rolle. Vielmehr sind es die sog. technischen Hilfeleistungen, die in den letzten Jahren den Einsatzschwerpunkt bilden: Unfälle im Straßenverkehr oder auch auf dem Wasser, Bekämpfung von Umweltschäden (z.B. Gewässerschutz) und andere Hilfeleistungen sind das "tägliche" Brot der Feuerwehr Hohnstorf. Auch am Dorfleben nimmt man aktiv teil und unterstützt tatkräftig andere Vereine oder die Gemeinde, wenn man gerufen wird.

Und auch die Emanzipation hat die Hohnstorfer Feuerwehr glücklicherweise recht frühzeitig erreicht: Frauen in der Wehr sind schon seit langer Zeit in Hohnstorf Normalität und auch sehr wichtig. Da viele Kameraden auswärts ihrer Arbeit nachgehen, kann man gar nicht genug ausgebildete Feuerwehrleute im Dorf haben. Und da spielt es nun wahrlich keine Rolle, ob Mann oder Frau: Hauptsache, es wird schnell und effektiv geholfen!

Die Freiwillige Feuerwehr Hohnstorf hat im Jahre 2013 52 Aktive, 21 Alterskameraden, 21 Mitglieder der Jugendfeuerwehr, 20 Kinder in der Kinderfeuerwehr und 124 Fördernde Mitglieder.
Sie hatte seit ihrer Gründung 13 Ortsbrandmeister:

  • 1880 - 1886 Ernst Basedow

  • 1886 - 1908 Peter Diercks

  • 1908 - 1913 Johann Burmester

  • 1913 - 1922 Johann Mahnke

  • 1922 - 1946 Otto Diercks

  • 1946 - 1953 Johannes Diercks sen.

  • 1953 - 1960 Heinrich Schütte

  • 1960 - 1966 Paul Willi Fricke

  • 1966 - 1984 Johannes Diercks

  • 1984 - 1995 Hermann Ohltmann

  • 1995 - 2007 Egon Schnaar

  • 2007 - 2013 Rainer Maschmann

  • seit 2013     Matthias Lanius


Die Feuerwehren der Samtgemeinde wurden lange Jahre von den jetzigen Ehrengemeindebrandmeistern Egon Ojowski und Hermann Ohltmann geleitet.Im Frühjahr 2007 trat der ehemalige Ortsbrandmeister Egon Schnaar dieses Amt an, mußte es aber aus gesundheitlichen Gründen kurze Zeit später wieder niederlegen.

Auch auf Samt- und Kreisebene sind viele Hohnstorfer Kameraden in unterschiedlichen Funktionen (u.a. als Kreisausbilder, Samtgemeindeatemschutzwart, stv. Kreispressewart, Flugbeobachter) tätig.

Die Freiwillige Feuerwehr Hohnstorf / Elbe hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Leben von Menschen zu retten und des Nächsten Hab und Gut zu schützen, unter dem Wahlspruch:

"Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!"